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Venceremos - Ein Kanu für Kuba

Eine beiläufige Bemerkung meines Bruders, welcher mich vor kurzem zum Onkel werden lies, trat in mir, nicht zuletzt durch diese neue Situation bedingt, eine Welle der Selbstanalyse und Selbstfindung los. Keine große Sache gemeinhin, aber zumindest soweit abgeschlossen, daß es mich drängt, Euch mit einem Resultat dieser Einkehr zu behelligen. Leute, die mich kennen, werden wohl geteilter Meinung darüber sein, wie sich meine Wenigkeit in die mich umgebende Gesellschaft einfügt, genaugenommen spaltet mein Verhalten, wie das Verhalten einer jeden Person, die mich/einen umgebende Sozialmasse in mindestens 2 Lager. Da mich die Fortführung dieses Gedanken mit Sicherheit ins Uferlose treiben lassen würde, will ich mich, eingedenk der bereits mit den Füßen scharrenden Leserschaft, auf einen rekursiv gerichteten Punkt dieser Überlegung beschränken.
Abgesehen davon also, wie mein Umwelt mich sieht, stellte sich mir auch zuweilen die Frage, wie ich mich sehe, so im ausklingendem 2. Jahrtausend. Die Antwort fällt, ohne Eitel wirken zu wollen, unerwartet positiv aus. Dabei ist es wieder die bereits oben zitierte Umwelt, die mich dieses glauben läßt. Der direkte Vergleich mit den Art- und Altersgenossen ordnet einen schon irgendwie der Randgruppe zu, mit der man schon in der austrudelnden Jungenzeit kokettiert hat. Als möglichen Einwand lasse ich natürlich den Fakt gelten, das die Entscheidung über sich selbst im wesentlichen auch durch die eigene Persönlichkeit geprägt wird und somit zwingenderweise positiv ausfallen muß, aber das ist nicht der eigentlich wichtige Aspekt.
Ich bin nicht so verwegen anzunehmen, daß ich ein Produkt meinerselbst bin, vielmehr ist mein derzeitiger Entwicklungsstand das Resultat verschiedenster Einflüsse, zu denen ich, um an den Ursprung der Kette zurückzugelangen, im wesentlichen auch meinen Bruder zähle. Spekulationen über meinen Werdegang ohne ihn sind eher müßig, lediglich kann ich mir sicher sein, daß es wohl anders, aber keineswegs besser mit mir ohne ihn geworden wäre. Wie gestaltete sich dieser Einfluß in meiner frühen Jugend? Neben den innerfamiliären Interaktionen galt besonders dem das meinen Bruder umgebende Umfeld mein Interesse; die dunklen Typen, die sich Freitags immer zu der Zeit trafen, zu der ich für gewöhnlich das Bett hüten mußte. Von der Musik ganz zu schweigen, zähle ich als Einfluß der prägenden Art auch die Fahrten ins soz. Ausland, so selten sie auch zustande kamen. Aus dieser Zeit jedenfalls kenne ich den X, um den es hier im folgenden gehen soll.
Tja, wir schreiben das Jahr 2000 und der Kontakt zu den Idolen der damaligen Zeit ist, nicht zuletzt aufgrund eines irgendwann selbst gewählten Weges, bis auf ein minimales Aufflackern zu den Pfingstfeiertagen, abgebrochen. Die wenigen Berührungen bei zufällig gemeinsam besuchten Parties etc. gestalten sich eher traurig, denn motivierend, ist ein Großteil dieser Leute( nicht alle! ) doch den Zwängen des Erfolgs erlegen (wertungsfrei). Umso herzerfrischender traf mich die Nachricht von einem noch viel länger als der Berliner Teil dieser Clique abhanden geglaubten Sohn dieser Zeit. Im Gegensatz zu den meisten seiner Berliner Artgenossen scheint er mir ein rechtrührseeliges Leben in der Leipziger Fremde zu führen, wo er Kanuten unseres Landes trainiert. Wie das Aussieht, kann ich mir wohl lebhaft vorstellen, hab ich doch selbst einigemale unter seinen Disziplinierungsanfällen leiden müssen.
Mir wurde, und hiermit erreichen wir die Zielgeraden dieses Erklärungsmarathons, zugetragen, daß X in einem Trainingslager die kubanische Jugendauswahl trainiert hat und, konfrontiert mit den dortigen Trainingsbedingungen, einiges im schier unzumutbaren Zustand vorfand. Ich weiß, die meisten von Euch haben mit Sport nicht mehr allzuviel am Hut, aber ich bitte Euch doch einmal dem einzugedenken, wie wichtig Sport für die Präsentation eines Staates, auf dem wirtschaftlich/politisch sonst nur mit Füßen rumgetrampelt wird, letztendlich ist. (Für die Zonies unter uns dürfte dies auch noch nicht in Vergessenheit geraten sein) Egal, heimgekehrt nach Deutschland, kaufte dieser X zwei Kanus aus dem eigenen Sparstrumpf ( keine bel. Brötchen, sondern Kanus!) und versuchte diese an Bord eines kubanischen Flugzeuges zu bringen. Da dies ob der gepäckcontainerunkompatiblen Länge dieser Teile mißlang, fiel eine Transportkostenvergütung nocheinmals jenseits der 1000 DM Grenze an, so daß die erste Aktion nunmehr geteilt nur als Erfolg gewertet werden konnte, da sich mit solchen Aufwendungen natürlich keine völker-freundschaftliche Hilfe betreiben läßt.
Einige Zeit später entdeckte X in einem Trainingscamp in Polen alte Lagerbestände an Kanus, die zwar nicht mehr dem olympischen Standart gerecht werden würden, aber für Trainingszwecke allemale Goldstaub darstellen. Das Transportproblem ist bei dem noch zu startenden neuen Versuch dahingehend geklärt, daß für den Transport ein Schiffscontainer gemietet wurde, bei welchem sich die Kosten für eine Überfahrt auf ein wesentlich geringeres belaufen würden, als das bei dem Flug der Fall gewesen ist.
Tja, in so einen Container gehen wohl so 10 Boote rein und ich will, verdammtnochmal dem Aktionismus dieses Herren Ehre tragen, indem ich mich und Euch aufrufe, es ihm gleichzutun und das Geld für ein Kanu für die kubanische Jugendauswahl zu spenden. So ein Ding kostet wohl so um die 150 DM und es wäre doch ein Armutszeugnis unserer vielbesungenden Gemeinschaft, wenn wir nicht den Betrag für ein WB13 Kanu zusammenbrächten... Überprüft Eure Ziele, putzt Eure Ideale und genießt den Schwung der guten Tat, auf das auch Ihr Impulsgeber für die uns folgende Generation (wenn Ihr es nicht schon seid) werdet! Der Ball ist leider nicht mehr so heiß, daß er von alleine läuft, aber zu Boden darf er nicht durch unsere Hände gleiten!

Tut Euer Bestes!

Spenden für das Kanu des WB13 an die Kubanische Jugendauswahl nehmen dankend alle Mitglieder des Vereins (Quittung geben lassen!) oder aber auch unser Konto: entgegen.
Unter den vereinsfremden Spendern verlosen wir 3 CDs der branntneuen Produktion des WB13 "Beton brennt" mit den Aufnahmen aus 5 Jahren Deadline Prod.
M.B.

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